Dieser Artikel soll dir als Hundehalter als kleine Hilfe dienen, um das richtige neue Futter für deinen Hund zu finden. Bevor ich eine Ausbildung als Ernährungsberater für Hunde gemacht habe, stand ich auch des öfteren vor dem Problem: soll ich bei dem alten Futter bleiben, soll ich überhaupt nur eine Sorte Futter füttern, soll ich nasses oder trockenes Futter füttern, soll ich etwa Rohfleisch füttern, oder was mache ich überhaupt? 

Wenn du so vor dem Regal im Fressnapf stehst, wirst Du zunächst einmal von einer Vielzahl von Herstellern und verschiedenen Angeboten erschlagen. Wie du dich im Deklarations- und Sorten-Dschungel zurechtfinden kannst, erfährst du in diesem Artikel. 

Grund für die Umstellung auf neues Futter

Warum solltest du überhaupt eine Futterumstellung machen?

Zunächst einmal möchte ich hier mit einem Mythos aufräumen: Viele Hundehalter sind der Meinung, dass sie öfters den Hersteller wechseln sollten, damit sich der Hund nicht an eine Sorte gewöhnt, und schließlich nur mehr ein einziges Futter von einer einzigen Marke frisst.

Auch denken sie, dass sie mit dieser Methode Krankheiten oder Unverträglichkeiten vorbeugen können, und wechseln deshalb besonders oft (sobald der alte Futtersack fertig oder die Dosen aufgebraucht sind) die Grundnahrung ihres Lieblings. 

Das ist definitiv nicht notwendig. 

Sicherlich macht es Sinn, auf verschiedene Sorten zurückzugreifen, also vielleicht die Fleischsorte ab zu wechseln oder andere Inhaltsstoffe nicht komplett einseitig zu füttern, allerdings bist du meist gut beraten, wenn du auch über Monate oder Jahre bei einem Hersteller bleibst. Nicht umsonst befindet sich auf der Verpackung deines Futters das Label “Alleinfuttermittel”. 

Altes Futter nicht mehr vertragen

Wenn dein Hund beispielsweise ständig Durchfall bekommt, oder sonstige Vorgänge in der Verdauung nicht ganz in Ordnung scheinen, sich bei der letzten Kontrolle beim Tierarzt von der Norm abweichende Blutwerte gezeigt haben, oder andere Symptome wie beispielsweise stumpfes Fell, Mundgeruch oder Appetitlosigkeit für eine Umstellung sprechen, dann kann es an der Zeit sein, die Futtermarke bzw die Fütterung allgemein zu überdenken. 

Achtung: In den ersten beiden Fällen (Durchfall oder schlechte Blutwerte) Solltest du die Fütterung vermutlich mit deinem Tierarzt absprechen, damit diese dich an einen qualifizierten Ernährungsberater weiterleitet. 

Futter vom Tierarzt

Wenn Erkrankungen bei deinem Vierbeiner vorherrschen, sprich dich unbedingt mit deinem Tierarzt ab, bitte ihn aber tatsächlich um die Überweisung an einen Ernährungsberater. Eine schlechte Idee ist, einfach das Fertigfutter aus der Tierarztpraxis zu kaufen, Außer du merkst, dass sich dein Tierarzt wirklich eingehend mit der Fütterung und Fütterungsempfehlungen befasst hat. 

Tierärzte geben dir kompetent Auskunft über Krankheitsbilder, vermutlich auch über benötigte Nährstoffe, die in Kombination mit Medikamenten gefüttert werden sollten. Nicht zwingend hat dein Tierarzt aber immer eine Empfehlung parat, was das perfekte Futter oder die perfekte Ernährung angeht. Er kann dir aber mit Sicherheit sagen, welche Nahrungsbestandteile beispielsweise bei bestimmten Medikationen kontraindiziert sind, also warst du auf keinen Fall füttern solltest, wenn dein Hund bestimmte Medikamente bekommt. Es gibt allerdings durchaus Tierärzte, die sich eingehend mit Ernährung befasst haben, eigene Rezepte vorbereitet haben, die du deinem Vierbeiner zubereiten kannst, oder dir hochwertige Marken von Fertigfutter in Lebensmittelqualität nennen, die du dir besorgen kannst.

Fazit: Sprich die Futterumstellung, gerade bei Vorerkrankungen, mit deinem Tierarzt ab, frage ihn, ob er Erfahrungen oder Empfehlungen zum Thema Ernährung hat, wenn nicht, bitte ihn um Überweisung an einen qualifizierten Ernährungsberater. 

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BARF oder Fertigfutter

Es sprechen mittlerweile so viele Menschen davon, dass ein Hund unbedingt gebaut werden muss. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass du deinem Hund rohes Fleisch in Kombination mit Obst, Gemüse und Zusätzen Gibst, und die Grundnahrung deiner Fellnase von Grund auf selbst zusammen stellst oder individuell zusammenstellen lässt.

Dafür gibt es spezialisierte Geschäfte sowie spezialisierte Ernährungsberater, die dir genau zu diesem Thema Auskunft geben können.

Meine Empfehlung dazu lautet: Wenn du genau weißt, was du tust, oder einen Ernährungsberater an der Hand hast, dem du vertraust, dann kannst du dich ruhig über das Thema Barf drüber trauen.

Was du nicht machen solltest, ist, uninformiert zum nächsten Metzger gehen, ein paar Stücke Kopffleisch und Innereien kaufen, die möglichst billig sind, und deinem Hund fortan nur mehr das in den Napf tun.

Damit riskierst du zumeist eine Nährstoffunterversorgung, sogar wenn es in den ersten Wochen und Monaten vielleicht sogar gut bekömmlich ist und das Fell deines Hundes besser aussieht (in diesem Fall hatte er vielleicht zuvor eine Eiweiß Unterversorgung, durch ein schlecht ausbalanciertes Trockenfutter). 

Ist Fertigfutter besser als BARF?

Bei Fertigfutter solltest Du vor allem darauf achten, dass es sich um Alleinfuttermittel handelt. Viele Hersteller bieten auch sogenannte Ergänzungsfuttermittel an.

Das sind beispielsweise eher eine Fleischdosen, Leckerlies, die auf den ersten Blick vielleicht wie eine Art Trockenfutter aussehen können, oder Gemüsemischungen, die ebenfalls oft in Dosen oder verschweißt in Plastik erhältlich sind.

Wenn das Futter nicht als Alleinfuttermittel ausgeschrieben ist, lass entweder die Finger davon, oder kontaktiere den Ernährungsberater deines Vertrauens, um weitere Informationen zur ausgewogenen Ernährung deines Vierbeiners mit diesem Futter zu erhalten.

Dabei wird dann oft schnell klar, welche Zusätze du brauchst, und welche Ergänzungsfuttermittel du miteinander kombinieren kannst, um ein vollwertiges Alleinfuttermittel zu erhalten.

7 Gründe für BARF

  • Du hast schon alles an Industriefutter ausprobiert, aber dein Hund verträgt einfach die Rohfleischfütterung besser
  • du möchtest die volle Kontrolle über alle Inhaltsstoffe haben, und gerne dein Futter selbst zusammenstellen
  • du hast dich fachgerecht beraten lassen, oder eine Ausbildung in dem Bereich absolviert, und traust dir die Auswahl der Nahrungsbestandteile deines Hundes zu
  • du hast ein Fachgeschäft gefunden, dass auf BARF spezialisiert ist, und gute Erfahrungen damit gemacht
  • du hast mehrere zusätzliche Tiefkühltruhen zu Hause, und es stört dich nicht, dass tiefkühlfleisch aufzutauen und im Kühlschrank mit deinen eigenen Lebensmitteln gemeinsam aufzubewahren
  • du hast genug Zeit für die Zubereitung des Futters für deinen Vierbeiner
  • du hast ein Rudel Huskys zu Hause, und Rohfleischfütterung kommt dich einfach günstiger als jedes Dosenfutter

6 Gründe für hochwertiges Fertigfutter

  • du möchtest artgerecht füttern, hast aber weder Zeit noch Platz zum BARFen
  • Du willst die Sicherheit, dass dein Hund mit allen Nährstoffen im ausreichenden Maße versorgt ist, hast aber keine Ausbildung im Bereich Hundeernährung
  • du möchtest dass es schnell geht, und einfach eine Dose aufmachen, weil du beruflich ohnehin schon eingespannt hast, und dich lieber dem Kochen des Abendessens für deine Familie zu wendest 
  • Du hast eine überschaubare Anzahl an Vierbeinern (1-3) zu Hause 
  • Du hast keinen Zugang zu einem spezialisierten Geschäft in deiner Umgebung, bzw zu einem Metzger der gleichbleibende Fleischqualität über einen längeren Zeitraum liefern kann 
  • Du hast keinen Platz für zusätzliche Tiefkühltruhen 

Nass- oder Trockenfutter

Wenn du meine Arbeit kennst, weißt du, dass ich seinerzeit (2017)  50 Gründe recherchiert habe, die gegen die ausschließliche Fütterung von Trockenfutter sprechen. Deshalb ist die Frage, ob du nass oder trocken füttern solltest, in diesem Blog beinahe obsolet.

Allerdings kann es sein, dass sich die Kombination von Nass- und Trockenfutter für deinen Hund anbietet, beispielsweise wenn dieser sehr schwer an Gewicht zunimmt, und gerade Winter ist.

Das wäre eine der Kombinationen, wo ich die Fütterung von Trockenfutter tolerieren oder eventuell sogar gutheißen würde. Die ausschließliche Fütterung von Trockenfutter kann Mangelzustände oder im schlimmsten Fall sogar die Entstehung von Erkrankungen begünstigen, wobei ich dazu offiziell eigentlich gar keine Meinung haben darf.

Aussagen zur Gesundheitsförderung oder Schädlichkeit von Futtermitteln oder Nahrungsergänzungen sind Tierärztin mit spezieller Zusatzausbildung vorbehalten, sodass ich im Wesentlichen dir hier nur eine Empfehlung als Hundehalter aussprechen kann, und von Erfahrungen sprechen darf. 

Meine Erfahrung ist aber, dass es Hunden im Allgemeinen besser geht, wenn du Trockenfutter weg lässt, oder die Grundnahrung des Hundes zumindest auf einem hochwertigen Nassfutter einstellst, und Trockenfutter wirklich nur eine Ausweichmöglichkeit im Ausnahmefall darstellt. 

Neues Futter in Lebensmittelqualität

Wenn ich dir einen Tipp geben darf: In meinem Shop findest du sehr gutes Futter in Lebensmittelqualität, auf das alle unten genannten Qualitäts-Kriterien zutreffen.

Wir haben es mittlerweile selbst seit Jahren für unsere Hündinnen Grace und Lou in Verwendung und sind sehr zufrieden.

Wichtigste Punkte beim Lesen der Futter-Deklaration

Wenn du dich für die Auswahl eines hochwertigen Fertigfutter seine Schienen hast, solltest Du nun definitiv darauf achten, dass du die Deklaration des Futters auch wirklich liest. Somit kannst du hochwertiges von weniger hochwertigem Futter unterscheiden, und auch Preisunterschiede besser verstehen und einordnen. 

Die wichtigsten Punkte bei dem Lesen der Deklaration sind folgende:

  • In der Zusammensetzung sind mengenmäßig die Nährstoffe in folgendem Verhältnis aufgelistet
  • am meisten Proteinhaltige Lebensmittel (z.B. Fleisch)
  • am zweitmeisten Kohlenhydrate (z.B: Reis, Kartoffel, Amaranth)
  • Öle und funktionelle Pflanzen an dritter Stelle (z.B: Hanföl, Leinöl, Flohsamenschalen, Cranberry, Alfalfa…)
  • Es sind keine oder nur wenige Zusatzstoffe mit E-Nummern aufgelistet
  • Die Fütterungsempfehlung liegt in etwa bei der von BARF (zwischen 400 und 600g für 20kg Hunde, als Beispiel)
  • Der Preis pro Kilo liegt nicht wesentlich unter 7,50€ bei der 400g Dose (also ca. 3€ für die Dose) bzw. nicht wesentlich unterhalb von 5€ bei der 800g Dose (also zwischen 4 und 5€ für die 800g Dose).
  • Idealerweise wählst du ein getreidefreies Hundefutter, denn viele Hunde haben Unverträglichkeiten insbesondere auf Weizen

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Auswahl deines neuen Futters. 


Einleitung: Hunde und Katzen sind Fleischfresser

Während der Mensch zu den Omnivoren (Allesfressern) zählt, gehören Hunde und Katzen eindeutig in die Kategorie Karnivoren (Fleischfresser). Hunde sind fakultative Karnivoren. Das bedeutet, sie präferieren tierische Produkte, können teilweise aber auch pflanzliche Bestandteile der Nahrung verwerten. Auch ihre Vorfahren, die Wölfe, sind keine strikten Karnivoren.

Sie fressen ihre Beutetiere nahezu komplett auf, also inkl. Fell, Magen-Darm-Inhalt usw.
Stubentiger sind hingegen obligate Karnivoren und demnach auf tierische Produkte angewiesen. Sie können Kohlenhydrate zwar verdauen, aber nicht verwerten. Ein gutes Katzenfutter enthält maximal 3% - 5% Kohlenhydrate.

Kann man Katzen mit Löwen vergleichen?

Hunde werden gerne und durchaus berechtigt mit Wölfen verglichen, während Hauskatzen oft mit Löwen gleichgestellt werden. Dieser Vergleich hinkt allerdings, denn es gibt erhebliche Unterschiede zwischen Löwen und unseren Stubentigern. Löwen jagen im Rudel und erbeuten oft große Tiere. Sie können problemlos fasten, was Hauskatzen auf keinen Fall tun sollten, denn bei ihnen könnte sich als Folge eine sog. „hepatische Lipidose“ (akute Leberverfettung) entwickeln. Dazu später mehr.

Wie, und was, fressen (Wild)Katzen?

Beim Fressverhalten vergleicht man Katzen am besten mit der nordafrikanischen Wildkatze. Sie jagen (im Gegensatz zu Löwen) Tiere, die kleiner sind als sie selbst. Nordafrikanische Wildkatzen sind Einzelgänger und fressen langsam mit Genuss. Wie auch unsere Stubentiger müssen die Wildkatzen ebenfalls mehrmals täglich Nahrung zu sich nehmen.

Eine Katze braucht in etwa 10 – 12 Mäuse pro Tag.

Sollte eine Katze Kohlenhydrate fressen? 

Kommen wir zurück zu den Kohlenhydraten.

  • Kohlenhydrate für Hunde: Für Hunde kann die Fütterung von Kohlenhydraten bis zu einem gewissen Grad durchaus in Ordnung sein, sofern diese gekocht werden. Sie können Stärke (Kohlenhydrate) deutlich besser verdauen als noch ihre Vorfahren die Wölfe. 
  • Keine Kohlenhydrate für Katzen: Für Katzen hingegen sind kohlenhydratreiche Lebensmittel ein absolutes „No-Go“! Das Enzym, welches für die Spaltung und Verwertung von Stärke notwendig ist, die Amylase, ist bei Katzen kaum aktiv. Dementsprechend sind sie nicht in der Lage, Kohlenhydrate zu verwertenEin Zuviel an Stärke kann sowohl bei Hunden als auch bei Katzen zu Verdauungsstörungen führen. 
Während Hunde durchaus Kohlenhydrate fressen (können), sind diese für Katzen ein No-Go

Was beide Tierarten aber sehr wohl benötigen, sind Faserstoffe. Faserstoffe dienen als Ballaststoffe, ein „Futter für den Darm“. Sie erhöhen den Füllungsdruck und fördern so die Darmperistaltik, sowie die Darmgesundheit.

Viele Ballaststoffe sind in Gemüse, Kokosflocken und Flohsamenschalen enthalten. Zu viele Faserstoffe im Futter sind allerdings auch nicht gut. Ist der Anteil an Faserstoffen zu groß, werden Verdauungsprozesse verzögert, die Resorptionsleistung (= Aufnahme der Nährstoffe) reduziert und die Kotmenge erhöht. 

Sowohl Hunde als auch Katzen benötigen Faserstoffe (Ballaststoffe)

Woher weiß ich, wie viel Kohlenhydrate im Katzenfutter sind?

Die Fertigfutterindustrie trickst bei der Deklaration gerne. Beschriftungen können oft irreführend sein. Um festzustellen, wie viele Kohlenhydrate tatsächlich in einem Produkt enthalten sind, muss man mit den Rohnährstoffen, welche auf der Rückseite der Verpackung angegeben werden, rechnen.

Der Stärkegehalt eines Fertigfutters ist in der Regel mengenmäßig nicht deklariert. Um ein Produkt wirklich beurteilen zu können, erfordert es Geschick beim Beurteilen der Deklaration. 

Aber das würde hier in diesem Artikel zu weit führen. 

Sowohl Hunde als auch Katzen brauchen Zucker

Hunde und Katzen haben durchaus einen Bedarf an Glukose (Zucker). Vor allem der Hirnstoffwechsel ist auf Zucker angewiesen. Durch einen Stoffwechselvorgang, die sog. Glukoneogenese, können die Vierbeiner aus bestimmten Aminosäuren sowie Glukose-Ausgangstoffen, Zucker selbst synthetisieren.

Der Energie- und Glukosestoffwechsel der Katzen unterscheidet sich deutlich von dem anderer Säugetiere. Auch der Aminosäurestoffwechsel der Samtpfoten ist speziell. Katzen haben eine brillante Möglichkeit gefunden um aus Fetten und Proteinen tierischen Ursprungs Energie (= Glukose) erzeugen zu können. Dies gelingt ihnen mit der vorhin erwähnten Glukoneogenese. Katzen besitzen Enzyme, die Aminosäuren abbauen um sie weiter verwerten zu können, um daraus Energie gewinnen zu können. 

Katzen können mittels Enzymen aus Fett und Eiweißen Zucker erzeugen und brauchen diesen nicht in der Nahrung

Diese Enzyme sind bei Katzen ständig aktiv. Dadurch werden laufend Eiweiße abgebaut, was den hohen Proteinbedarf der Samtpfoten erklärt.

Durch diesen stetigen Abbau von Aminosäuren entsteht das Abfallprodukt Ammoniak im Organismus der Katze. Dieses ist für den Körper giftig und muss über den Harn wieder ausgeschieden werden.

Um diese Ausscheidung effektiv gewährleisten zu können, muss die Katze wiederrum genügend Arginin (eine Aminosäure) aufnehmen.

Der Bedarf an Arginin muss bei Stubentiger stets gedeckt sein! Ein weiterer Grund, warum Katzen einen derart hohen Proteinbedarf haben.

Wie viel Fett sollte im Futter von Hund und Katze sein?

  • Die Futterration eines erwachsenen Hundes sollte mindestens aus 8,5% bis 15% Fett bestehen.
  • Normalgewichtige Katzen vertragen auch gut bis zu 25% Fett in ihrer Ration 

Fett ist ein äußerst wichtiger Makronährstoff und der wichtigste Energielieferant für unsere vierbeinigen Hausgenossen. Das gilt genauso für Hunde wie für Katzen.

Die Futterration eines erwachsenen Hundes sollte mindestens aus 8,5% bis 15% Fett bestehen. Bei Katzen gibt es noch keine wissenschaftlich belegte Mindestmenge an Fett in der Nahrung.

Das National Reasearch Council, ein Forschungsrat aus Amerika, empfiehlt eine Fettmenge von mindestens 9% der Gesamtration. Die meisten Katzen fressen ihr Futter aber umso lieber, je mehr Fett enthalten ist. Normalgewichtige Samtpfoten können durchaus bis zu 25% Fett in ihrer Ration vorfinden.

Durch die Aufnahme von Fett erhalten Hunde und Katzen essentielle Fettsäuren, die sie nicht selbst herstellen können. Vor allem Katzen sind sehr gute Fettverwerter! Sie erreichen eine Fettverdaulichkeit von bis zu 95 Prozent!

Katzen erreichen eine Fettverdaulichkeit von bis zu 95 Prozent

Proteine im Hunde- und Katzenfutter: am besten aus hochwertigem Fleisch!

Ein weiterer wichtiger Makronährstoff ist Protein (Eiweiß). Proteine sind aus Aminosäuren zusammengesetzt. Manche davon sind essentiell, das bedeutet, sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Andere sind nicht essentiell. Das sind jene, welche der Körper selbst herstellen kann.

Für Hunde sind 22 und für die Katze 23 Aminosäuren von Bedeutung. Zwölf Aminosäuren davon können beide Tierarten selbst synthetisieren, diese sind nicht essentiell.

Für Hunde sind 10 Aminosäuren, für Katzen 11 Aminosäuren essentiell 

Für den Organismus der Hunde sind somit Zehn, für den der Katze Elf Aminosäuren essentiell und müssen über die Nahrung zugeführt werden. Ein weiterer interessanter Fakt ist, dass Aminosäuren nicht gespeichert werden können und somit eine stetige Zufuhr notwendig ist. Wichtig für den Körper und den Stoffwechsel der Tiere ist, dass der Bedarf an essentiellen Aminosäuren gedeckt ist. Je früher das der Fall ist, desto weniger muss gegessen werden. Hochwertiges Eiweiß deckt den Bedarf an Aminosäuren deutlich besser und rascher ab. Das gilt sowohl für Hunde und Katzen, als auch für Menschen. Anders gesagt: je minderwertiger aufgenommene Proteine sind, desto mehr Nahrung muss zugeführt werden um den Aminosäurenbedarf zu decken.

Was bedeutet "hochwertiges Protein" im Hunde- und Katzenfutter? 

Die Qualität der Eiweißstoffe kann sehr unterschiedlich sein. Hochwertige Proteine sind jene, welche hochverdaulich sind. Sie beinhalten alle essentiellen Aminosäuren für Hunde und Katzen. Zu diesen hochverdaulichen Eiweißen gehören tierische Proteine, wie beispielsweise Fleisch, Fisch, Eier und Hüttenkäse. Je höher die Qualität eines Proteins, umso weniger wird davon in der Nahrung von vierbeinigen Karnivoren benötigt. Tierische Nebenprodukte, wie sie oft auf Tierfutterpackungen deklariert werden und bindegewebige Schlachtabfälle sind keine hochwertigen Proteine und decken den oben beschriebenen Bedarf an essentiellen Aminosäuren nicht effizient genug ab.

Kann ich meinem Vierbeiner auch pflanzliche Eiweiße füttern?

Neben tierischen Proteinen gibt es natürlich auch pflanzliche Eiweißstoffe. Das Problem ist nur, dass diese Proteine nicht alle essentiellen Aminosäuren für Hunde und Katzen enthalten. Es ist äußerst schwierig bei einer Ernährung aus pflanzlichen Eiweißquellen die Bestandteile so zu kombinieren, dass der Aminosäurebedarf der Vierbeiner gedeckt ist.

Warum darf ich meine Katze nicht mit Hundefutter ernähren...

Katzen haben einen höheren Proteinbedarf als Hunde.  Das ist einer der Gründe, warum Katzen nicht mit Hundefutter ernährt werden können. Außerdem ist die Aminosäure Taurin für Katzen essentiell, für Hunde jedoch nicht. Stubentiger synthetisieren Taurin nicht in ausreichender Menge selbst.

Die Aminosäure Taurin ist für Katzen essentiell, für Hunde jedoch nicht

Die Fütterung von artgerechter, physiologischer Nahrung, welche einen hohen Anteil hochverdaulicher Proteine enthält, ist unbestritten von außerordentlicher Wichtigkeit!

Ein Futterwechsel auf ein hochwertiges Produkt zahlt sich auch im Alter noch aus. Gerade degenerative Erkrankungen im Anfangsstadium könnten dadurch gehemmt werden. Ist doch bei uns Menschen genauso. Je gesünder und „artgerechter“ wir uns ernähren, desto fitter werden wir.

Was passiert, wenn meine Katze zu wenig hochwertiges Eiweiß bekommt?

Die meisten Säugetiere können in Hungerzeiten den Proteinstoffwechsel verringern. Katzen können dies jedoch nicht! Eine große Besonderheit im Metabolismus der Katzen sind die ständig aktiven Leberenzyme, welche auch in Hungerperioden nicht inaktiviert werden können.

Aus diesem Grund haben Katzen einen äußerst hohen Proteinbedarf und müssen (hochwertiges) Eiweiß auch konstant über die Nahrung zu sich nehmen. Nehmen Samtpfoten zu wenig Protein auf, verwertet ihr Körper eigene Eiweißstrukturen, denn sie können andere Makronährstoffe wie Fette oder Kohlenhydrate oder auch Metabolite wie Ketonkörper nicht zur Energiegewinnung nutzen. 

Es kommt zum Abbau von wichtiger Muskulatur und es besteht die Gefahr eine hepatische Lipidose zu entwickeln. Hierbei handelt es sich um eine akute Leberverfettung, die durch eine Umstellung des Stoffwechsels und die damit verbundene Mobilisierung von Fettreserven in Hungerphasen oder Stress, ausgelöst werden kann.

Bekommt die Katze zu wenig Eiweiß, kommt es zum Abbau von wichtiger Muskulatur

Unterschiede in der Verdauung von Hunden und Katzen

Obwohl sowohl Hunde als auch Katzen zu den Karnivoren zählen, gibt es viele Unterschiede zwischen den beiden Spezies. Dies beginnt schon bei der Chromosomenanzahl (Katze 38, Hunde 78). Auch das Gebiss unterscheidet Hunden von Katzen. Ein erwachsener Hund hat 42 Zähne, während eine erwachsene Katze „nur“ 30 Zähne besitzt. Was ihnen gemeinsam ist, ist, dass beide Tierarten zu den sog. Schlingfressern gehören. Ihre spitzen Zähne benötigen sie v.a. zum Reißen und Halten der Beute und weniger zum Kauen. 

Sowohl der Magen einer Katze, als auch der eines Hundes ist extrem dehnfähig, was bei Samtpfoten allerdings von untergeordneter Bedeutung ist, da sie in der Regel mehrere kleinere Portionen am Tag zu sich nehmen.

Hunde essen, wie ihre Vorfahren die Wölfe,  deutlich seltener und dafür größere Portionen. Wenn der Jagderfolg ausbleibt, fressen Wölfe auch tagelang nichts und dafür dann wieder ein richtig großes Beutetier.

Ein nebensächlicher Fakt ist, dass sich die Anatomie des Magens bei beiden Tierarten etwas unterscheidet. Bei den Katzen ist dieses Organ hakenartig und bei Hunden sackartig geformt.

Darmlänge von Fleischfressern (Hunden und Katzen)

Auch weitere Organe zeigen Unterschiede im Vergleich der Anatomie. Die Darmlänge unterscheidet sich je nach Tierart sogar stark. Pflanzenfresser haben einen viel längeren Darm als Fleischfresser. Der Darm ist in Falten gelegt und mit den Darmzotten ausgestattet. Dies gewährleistet durch die daraus resultierende Oberflächenvergrößerung eine effizientere Nährstoffaufnahme.

Bei Fleischfressern ist der Darm deutlich kürzer als bei Pflanzenfressern, Katzen haben einen sogar noch kürzeren Darm als Hunde, was wiederum verdeutlicht, wie sehr unsere Stubentiger auf die Fütterung von hochverdaulichen Proteinen angewiesen sind.

Katzen trennen Futter- und Trinknapf

Samtpfoten können sehr heikel sein, was die Auswahl ihres Futter- und Trinknapfes betrifft. Generell gilt, dass beide Näpfe nie zusammen stehen sollen. Katzen präferieren in der Regel eine strikte Trennung zwischen „ Futterplatz“ und „Trinkplatz“. Sie profitieren zudem von mehreren Trinknäpfen und eventuell auch einen Trinkbrunnen im Wohnbereich.

Auch manche Hundehalter machen die Erfahrung, dass ihre Vierbeiner aus bestimmten Näpfen lieber trinken bzw. essen. 

Zusammenfassung: Ernährung bei Hunden und Katzen im Vergleich

Zusammenfassend kann man sagen, dass sowohl für Hunde als auch für Katzen eine möglichst natürliche, artgerechte Ernährung das Beste ist. Das Futter sollte für beide Tierarten zu einem großen Teil aus hochwertigen Proteinen bestehen. Dazu zählen „tierische bzw. pflanzliche Nebenerzeugnisse“ definitiv nicht. Kohlenhydrate gilt es vor allem bei Samtpfoten zu vermeiden. Und es sollte sich von selbst verstehen, dass Zucker in keinem Futter etwas verloren hat!

Gründe gegen Trockenfutter

Einen Artikel mit 5 guten Gründen gegen Trockenfutter findest du durch Klick auf das Bild...

Trockenfutter ist für Katzen noch schlechter als für Hunde

Trockenfutter ist vor allem für Katzen eine ganz schlechte Idee. Katzen sind darauf angewiesen, ihren Wasserbedarf über Beutetiere zu decken. Sie trinken nicht genug um den geringen Feuchtigkeitsgehalt des Trockenfutters kompensieren zu können. Trockenfutter enthält in der Regel nur 7%-10% Feuchtigkeit. Der Wassergehalt einer Maus hingegen liegt bei 70%. Wem wundert es da noch, dass sich Nierenerkrankungen bei Stubentiger immer mehr häufen?

Natürlich haben Katzen als Wüstentiere von Haus aus einen niedrigeren Bedarf an Flüssigkeit als z.B. Hunde. So hecheln sie beispielsweise viel seltener als Hunde, die meist schon bei 20 Grad Außentemperatur zu hecheln anfangen. Dennoch ist es alles andere als artgerecht, ihnen ein Trockenfutter zu servieren, mit 7%-10% Feuchtigkeit in ihrem Essen.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

katze hund unterschiede
  • Katzen haben kürzere Verdauungszeiten
  • Der Dünndarm der Samtpfoten ist kürzer als der der Hunde 
  • Katzen können durch die äußerst geringe Aktivität des Enzyms Amylase Nahrung mit hohen Anteilen an Kohlenhydraten nicht verwerten
  • Die Leberenzyme der Stubentiger sind ständig aktiv
  • Im Speichel haben Katzen keine Verdauungsenzyme

Natürlich gibt es noch einige weitere Unterschiede zwischen Hunde und Katzen, wie die Anatomie der Gallenblasengänge oder die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit und der unterschiedliche Bedarf an Fettsäuren, aber deren genaue Erklärung würde viele weitere Blogeinträge füllen.

In der folgenden Zusammenfassung habe ich dir 5 der wichtigsten Gründe aufgelistet, warum du darüber nachdenken solltest, ob du wirklich ausschließlich Trockenfutter füttern möchtest.

Ist jedes Trockenfutter schlecht?

Nein, nicht jedes Trockenfutter ist automatisch schlecht. Aber diese 20 Gründe treffen definitiv auf jedes Trockenfutter zu. Sie sollen dir einfach helfen, zu entscheiden, was für deinen Vierbeiner das Beste ist.

Bedeutet das, dass ich gar kein Trockenfutter füttern sollte?

Viele Hundehalter (psst, uns eingeschlossen….) verwenden zum Trainieren manchmal Trockenfutter, einfach weil die Portionierung optimal ist, und manche Trockenfutter unseren Hunden einfach super gut schmecken – was nicht zuletzt auf die Geschmacks- und Konservierungsstoffe sowie Fett als großen Bestandteil zurückzuführen ist.

Ich bin der Meinung, dass vor allem die Basis passen muss. Die Grundnahrung deines Hundes sollte niemals rein auf Trockenfutter basieren, aber genauso wie du nicht von gelegentlichen McDonalds-Besuchen krank wirst, bekommt dein Hund plötzlich Diabetes weil er mal ein Trockenfutter mit Rübentrockenschnitzeln gefressen hat.

5 Gründe gegen Trockenfutter – gibt es noch mehr?

Ja, es gibt definitiv noch mehr! Ich habe insgesamt 50 dieser Gründe in meiner Recherche aufgelistet. Du kannst sie als eBook gesammelt herunterladen, wenn du dich für meinen Newsletter für gesundheitsbewusste Hundehalter(innen) anmeldest. Ich freue mich darauf, dich in der Community begrüßen zu dürfen!

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Leider ist in den meisten Trockenfuttern ZU viel Getreide enthalten

Grund 1: Getreide im Hundefutter

Vor Jahrtausenden kultivierten wir Menschen Getreide als Nutzpflanze. Dieser Schritt markierte unseren Übertritt vom Jäger und Sammler zum Ackerbau betreibenden Bewohner von Dörfern. Genauer gesagt lässt sich damit der Beginn unserer Zivilisation verzeichnen. Es war plötzlich vorteilhafter, sich zusammenzuschließen und gemeinsam Ackerland zu bewirtschaften, als allein umherzuziehen und sich um eventuell vorhandenes Beutewild zu streiten. 

Der Beginn des menschlichen Sozialkonstruktes „Dorf“ im Sinne eines Zusammenlebens war geboren. Der Wolf allerdings feierte keine Party im Mais- oder Weizenfeld. Die Domestizierung des Wolfes machte es ihm möglich, durch den Verzehr der Nahrungsbestandteile, die der Mensch nicht mehr essen wollte, an geregelte Mahlzeiten zu gelangen. Langsam stellte sich der Wolf auf die Besonderheiten ein, die die menschliche Ernährung mit sich brachte, ging weniger jagen und konnte schließlich durch eine angepasste Darmflora notfalls auch Getreide verdauen. Der moderne Hund ähnelt also immer mehr dem Omnivoren Mensch – doch mit der Futtermittelindustrie konnte er nicht rechnen. 

Viele Hunde entwickeln zunehmend Hautausschläge und unerklärliche, bisher noch nie dagewesene Allergien. Selbstverständlich ist ein Teil davon auf Überzüchtung zurückzuführen. Ein weiterer großer Teil jedoch geht auf den hohen Anteil von Weizen und dessen Bestandteil Gluten zurück, denn den großen Futtermittelherstellern ist es meist egal, ob der Hund Getreide prinzipiell als „Notration“ sieht, oder als Hauptnahrungsmittel. „Der Hund kann Getreide verdauen, also verwenden wir es“ – dachten sich schlaue Hersteller, und konnten fortan jede Menge Geld sparen. Warum pflanzliches Protein nicht optimal ist, und was es mit der Entstehung von Giftstoffen wie Ammoniak zu tun hat, erfährst du in meinem eBook

Grund 2: Zu viel Zucker im Trockenfutter

Rate mal, welche Rübe hier verwendet wird? Auf manchen Trockenfuttern steht beispielsweise auch „Rübentrockenschnitzel, entzuckert“. Die Argumentation der Hersteller ist, dass der faserige Anteil der Rübe sich gut als Ballaststoff eignet, und eine ausgewogene Ernährung für Hunde auch aus eben solchen bestehen muss. Ballaststoffe sind die unverdaulichen Inhaltsstoffe und können – anders als Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße – vom Körper nicht abgebaut werden, z.B. weil ihm die Enzyme fehlen. Studien haben allerdings ergeben, dass maximal 5 Prozent des Futters aus Ballaststoffen bestehen sollten. In einer handelsüblichen Deklaration wirst du zwar keine Prozentangaben explizit zur Zuckerrübe finden, allerdings lässt sich der Komposition der übrigen Bestandteile entnehmen, dass der Faseranteil längst durch Inhaltsstoffe wie Getreide (vermutlich auch noch an erster Stelle) abgedeckt ist.

Eine recht schöne Zusammenfassung bezüglich verschiedener Deklarationen findest du hier. Das obige Bild ist ein Screenshot von der offiziellen Website eines bekannten Futtermittelherstellers. In der Quellenangabe findest du den Link zum Hersteller.  

Ach ja: Selbstverständlich handelt es sich um die Zuckerrübe. 

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Grund 3: Zu viel Fett im Industriefutter

Fett wird oft zur Konservierung sowie als billiger Energieträger eingesetzt. Besonders fetthaltiges Fertigfutter kann zur gefürchteten Magendrehung zumindest beitragen. Insbesondere wenn es sich um eine besonders große Hunderasse (Briard, Deutsche Dogge, …) handelt, ist hier Vorsicht geboten: Achte unbedingt darauf, dass sich in den ersten drei Wörtern der Inhaltsangabe deines Futters nicht das Wort „Fett“ verbirgt.

Leistungshunde brauchen Fett: Selbstverständlich ist Fett in manchen Fällen brauchbar und selbstverständlich nicht zu unterschätzen als Energieträger. Gerade Windhunde in der Rennsaison, oder Schlittenhunde benötigen eine erhöhte Kalorienzufuhr, die sich am besten durch einen erhöhten Fettanteil im Futter realisieren lässt. Ich würde also nicht generell Fett verteufeln, sondern höchstens die Anwendung in der Industrie. Auch gute Fette wie Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren, wie sie beispielsweise in Leinöl oder Hanföl vorkommen, benötigen Hund und Katze. Zum Aufbau einer Isolierschicht im Winter, als Baufett, ist der Stoff durchaus wertvoll. Wichtig ist, dass der Anteil an ungesättigten Fettsäuren den der gesättigten überwiegt. Gesättigte Fettsäuren können nämlich einzig und allein als Energieträger genutzt werden.

Grund 4: Mais im Trockenfutter

Mais im Futter. Ein klassischer Fall von Getreide-Alarm. Da Mais eine billige Kohlenhydrat- und Eiweißquelle ist, und daher zumindest aus Sicht der Futterindustrie die ideale Ergänzung zu „Nebenerzeugnissen“ aller Art zu sein scheint, findet sich auch dieser immer öfter in klassischen Trockenfuttern. Warum ist aber Mais auf meiner Abschussliste? Als tryptophanarmer Katecholamin-Dämpfer hat er zwei bedeutende (Neben-)Wirkungen.

Tryptophan – das Schlüsselmolekül

Einerseits ist Tryptophan der Ausgangsstoff für das körpereigene Anti-Stress-Hormon Serotonin: Bekannt ist es unter anderem durch seine Eigenschaften im menschlichen Organismus geworden, wo bekannterweise sogenannte „Serotonin-Wiederaufnahmehemmer“ als Medikation für depressive Patienten eingesetzt werden. 

Ein relativer Mangel an Tryptophan führt zu einer Verringerung des Serotoninspiegels im Blut und kann so gerade bei ängstlichen, gestressten Hunden zu einer Verschlimmerung der Symptomatik führen. Ein mehr oder minder positiver Nebeneffekt ist das Vorhandensein eines Emzyms, das die Katecholaminproduktion hemmt (Adrenalin, Noradrenalin) und so wiederum die hauptsächlichen Stresshormone ebenfalls herabsetzt. Das kann Abhilfe schaffen, wenn du Herrchen oder Frauchen eines Balljunkies bist. Stell dir aber mal einen alten, trägen Hund vor, der dazu noch eine depressive Verstimmung aufweist. Denkst du, es ist sinnvoll, einem solchen Hund ein Nahrungsmittel vorzusetzen, das sowohl seinen Serotoninspiegel senkt, als auch seine Antriebshormone? Wohl eher nicht. Daher ist Mais im Futter mit Vorsicht zu genießen, gar beinahe als Arzneimittel zu sehen. 

Dosis facit venenum, wie der Lateiner sagt. Die Dosis macht das Gift.  

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Mais im Futter ist nicht ideal – meist wird auch noch zu viel davon verwendet…

Grund 5: Industriefutter ist meist in „Futtermittelqualität“

Die European Food Safety Authority ist die Anlaufstelle in Europa was Lebensmittelsicherheit angeht. 

„Wir leisten unabhängige wissenschaftliche Beratung für Europas Entscheidungsträger im Bereich der Lebensmittelsicherheit“, beschreibt sich die Institution selbst. Besonders liegen der Organisation auch gesunde Futtermittel am Herzen: 

„So wurde etwa 2001 die Verwendung von Fleisch- und Knochenmehl von Säugetieren in sämtlichen Futtermitteln für Nutztiere in der EU verboten, da dieses mit der Verbreitung der Bovinen Spongiformen Enzephalopathie (BSE) bei Rindern in Verbindung gebracht worden war und BSE-infiziertes Fleisch mit der Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) bei Menschen assoziiert wurde.“ 

Seit dem BSE-Skandal wurde also vermehrt Wert auf die Sicherheit von Lebensmitteln geachtet – dafür musste die Qualität der Futtermittel insofern verbessert werden, als dass z.B. an Rinder keine Rinder mehr verfüttert werden durften, die eventuell mit Prionen infiziert waren. Was für Nutztier-Futtermittel konsequent umgesetzt wurde, ist für Haustiere noch nicht Standard. Weiter oben hast du gelernt, dass in Hundefutter auch heute noch Tiermehle verarbeitet werden. Während also in Futtermitteln für Nutztiere nun die Gefahr von BSE weitgehend ausgeräumt werden konnte, hat diese Sicherheitsrichtlinie auf das Futter von unseren Haustieren keinen Einfluss. 

Überspitzt formuliert: Um auf Nummer sicher zu gehen, kauf lieber Futter in Lebensmittelqualität – dann bekommt dein Hund auch kein BSE.

Diese Anleitung ist für meine Hundeschmaus-Kunden gedacht - damit die Umstellung auf das neue Naturfutter auf Anhieb klappt. Dieser Text bezieht sich auf meine Erfahrungswerte in der Anwendung von Hundeschmaus-Nassfutter und muss für Futtermittel anderer Hersteller nicht 1:1 stimmen.

Sofern es sich um ein Futter in Lebensmittelqualität handelt, kannst du aber im Großen und Ganzen davon ausgehen, dass die Reaktion deines Tieres vergleichbar sein wird.

FAST FACTS zur Futterumstellung

  • Die Umstellung ist von Tier zu Tier unterschiedlich - aber meist innerhalb von 1-2 Wochen abgeschlossen
  • Langsame Umstellung mit Reis und Kartoffeln sowie Moortränke erleichtert deinem Tier den Umstieg
  • Lockstoffe erschweren die Futterumstellung vor allem bei der Katze - dagegen gibt es aber ein paar Tricks

Wie schnell die Futterumstellung geht, ist von Tier zu Tier unterschiedlich.

Wenn es nicht sofort in den ersten Tagen klappt, musst du nicht gleich den Kopf in den Sand stecken. Abhängig ist die Umstellung auch von der Beschaffenheit des zuvor gefütterten Futters. Nass- oder Trockenfutter, oder gar selbst gekocht? Ich werde auf die unterschiedlichen Möglichkeiten eingehen.

Bei zu rascher Umstellung kann es auch zu Darmbeschwerden wie z.B. Durchfall kommen.

Was du in so einem Fall machen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Wenn der Hund Durchfall hat

Leichte Verdauungsprobleme bzw. Durchfall bei der Umstellung auf Hundeschmaus Nassfutter kann schon mal vorkommen - muss aber nicht der Regelfall sein. Sorge vor mit Moortränke, EMs oder auch Futterkohle, um solche Probleme zu vermeiden.

Umstellung von Trockenfutter auf Naturfutter

Prinzipiell gilt: Trockenfutter hat eine längere Verweildauer im Darm und sollte daher nicht mit hochwertigem Nassfutter gemischt werden – es droht der gefürchtete Magendreher bei Hunden oder auch Bauchkrämpfe.

a) Futterumstellung bei Hunden:

Üblicherweise nehmen Hunde das neue Futter sehr gerne an. Hundeschmaus zeichnet sich durch die Eigenschaft “100% Natur” aus und im Normalfall besinnt sich der Vierbeiner seiner wölfischen Gene und frisst lieber Fleisch als “Kekse”. Dennoch ist Vorsicht geboten aufgrund der oben genannten Tatsachen (Verweildauer, Bauchkrämpfe).

Es gibt mehrere Ansichten zu diesem Thema. Eine lautet: Lass deinen Hund/deine Katze zwei Tage lang hungern, damit keine Reste vom alten Futter mehr im Darm sind.

Ich finde diese Vorgehensweise relativ brutal, und du kannst auch nicht sicherstellen, dass nachher nicht der Darm bzw. die Darmflora mit der Verdauung eines hochwertigen Futters überlastet ist. Hundeschmaus verwendet bekanntlich hochwertige Öle (Schwarzkümmelöl, Nachtkerzenöl, Hanföl, Leinöl, …), die auf einen gereizten Darm abführend wirken können. Daher ist die Hunger-Methode nicht optimal.

Ich empfehle anfangs eine Umstellung mit Reis oder Kartoffeln in Kombination mit Moortränke.

  • In den ersten drei Tagen 50% Reis/Kartoffeln, 50% Hundeschmaus,
  • in den drei folgenden Tagen 30% R/K, 70% Hundeschmaus,
  • anschließend kann man von den 30% R/K auf Gemüseflocken umsteigen, bei kleineren Hunden noch ein wenig Reis/Kartoffeln zugeben und nach 2 Wochen gänzlich weglassen.

Moortränke je nach Gewicht des Hundes in den ersten 7-10 Tagen unter das Futter mischen.

Moortränke

Durch Huminsäuren und die optimale Mineralstoff-Zusammensetzung kannst du mit diesem Hausmittel dem Durchfall vorbeugen

Effektive Mikro-Organismen (EM)

EM von Hundeschmaus helfen durch eine Zusammensetzung aus verschiedensten positiven Darmbakterien bei der Umstellung vom alten Futter.

b) Futterumstellung bei Katzen:

Viele Katzen lieben ihr Trockenfutter. Sie sind noch mehr als Hunde anfällig für den Suchtfaktor Zucker und sind oft gar nicht von ihrem Trockenfutter-Napf wegzubekommen. Einzige Möglichkeit: Den TF-Napf entfernen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass Katzen selten von ihren Besitzern ausschließlich TF bekommen, sondern das TF den ganzen Tag in einer Schüssel zur Verfügung steht, und einmal täglich zusätzlich Nassfutter einer vermeintlichen Premiummarke zugefüttert wird.

  • Kennst du Diabetes?
  • Wusstest du, dass immer mehr Katzen im Alter Diabetes bekommen?
  • Hast du eine Ahnung, warum?

Warum bekommen Menschen Diabetes?

Wir sprechen hier von Diabetes mellitus Typ 2. Selbstverständlich kann eine gewisse genetische Veranlagung bestehen, zu 80 Prozent ist aber der Lebensstil für die Entstehung von Typ 2 Diabetes verantwortlich. Menschen bewegen sich immer weniger und essen immer mehr zuckerhaltige Fertiggerichte. Kekse, beispielsweise.

Preisfrage: Was ist Trockenfutter, und welcher Süchtigmacher ist darin enthalten?

Richtig: Zucker.

In vielen handelsüblichen Trockenfuttern ist Zucker enthalten!

Darum weg mit dem Trockenfutter-Napf. Deine Katze wird dich hassen, doch sie wird es dir nach spätestens zwei Monaten danken.

Daher die Katze nur mehr einmal täglich füttern.

Der Zeitpunkt, an dem du sonst nur “zugefüttert” hast, wird zur Hauptmahlzeit. Dies hat mehrere Vorteile: Erstens weiß die Katze, dass sie nur einmal täglich etwas bekommt und ist dementsprechend hungrig und konditioniert darauf, möglichst alles zu fressen. Außerdem führst du so deinem Stubentiger nicht kontinuierlich einen Spiegel an Kohlenhydraten (=Zucker) zu und trägst so zu einer Normalisierung der Insulin-Ausschüttung deines Tieres bei.

Anders als Hunde sind Katzen eigentlich reine Fleischfresser. Sie benötigen zur Umstellung keinen Zusatz von Kartoffel oder Reis, ebensowenig solltest du ihnen Gemüseflocken unters Futter mischen. Zur Umstellung befolge bitte folgende Schritte:

  • Weg mit dem Trockenfutter. Am besten alles dem Tierheim spenden.
  • Altes Nassfutter die ersten drei Tage 50/50 mit Nassfutter mischen und entsprechend die Menge anpassen, da du ja kein Trockenfutter mehr fütterst.
  • Anschließend die nächsten drei Tage im Verhältnis 30% altes Futter, 70% Nassfutter füttern.
  • Während dieser Schritte immer gewichtsadaptiert die Moortränke verwenden, um die Regeneration der Darmflora zu begünstigen.
  • Nach einer Woche voll auf Hundeschmaus umsteigen – mittlerweile sollte deine Katze das neue Futter annehmen.

Katzen können stur sein.
Es gibt natürlich auch die besonders schweren Fälle. Sollte deine Katze mehr als drei Tage absolut nichts fressen, kontaktiere bitte einen qualifizierten Ernährungsberater für Katzen, um einen Ernährungsplan zu erstellen und euren persönlichen “Schlachtplan” zu entwickeln.

Anmerkung: Wir haben allerdings die Katze der Schwiegereltern 6 Tage hungern lassen, seit dem 7. Tag frisst sie nichts anderes mehr – auch diese Fälle gibt es.

2. Umstellung von handelsüblichem Nassfutter auf Hundeschmaus Naturfutter:

a) Futterumstellung bei Hunden:

In der Regel akzeptiert der Hund ein anderes Nassfutter ohne Probleme. Was jedoch ähnlich wie bei Trockenfutter problematisch sein kann, ist die Zusammensetzung und Aufbereitung. Um deinem besten Freund so “wertvolle” Bestandteile wie Knochenmehl, Sägespäne und Schlachtabfälle schmackhaft zu machen, greift die Futtermittelindustrie tief in die Trickkiste und versucht natürlich, die Nase des Hundes mit diversen chemischen Zusätzen zu täuschen.

Dagegen ist das Tier oft nicht gewappnet und lehnt die hochwertige, naturbelassene Kost zunächst ab.

In diesem Fall empfiehlt es sich, das alte mit dem neuen Futter zu mischen, analog zur Vorgehensweise bei Trockenfutter:

  • die ersten drei Tage 70% altes Futter, 30% Hundeschmaus
  • die folgenden drei Tage 30% altes Futter, 70% Hundeschmaus
  • anschließend das alte Futter durch Gemüseflocken ablösen, bei kleineren Hunden (unter 10 Kilo Idealgewicht) auf die volle Ration Hundeschmaus umsteigen

b) Futterumstellung bei Katzen:

Katzen sind noch empfänglicher für Lockstoffe, insbesondere Zucker, wie bereits im Abschnitt über TF beschrieben. Bitte orientiere dich für die Umstellung deines Nassfutters auf Hundeschmaus an den oben beschriebenen Punkten.

Ein paar Löffel voll mit Honigwasser können der Katze die Lockstoffe des alten Futters vorgaukeln.

Übrigens: Ein paar Löffel voll mit Honigwasser vermischt mit ihrem neuen Futter können der Katze die Lockstoffe des alten Futters vorgaukeln. So kannst du vorgehen, wenn dein Tier auch nach einer Woche vom “puren” Hundeschmaus-Menü nicht restlos überzeugt ist.

Allgemeine Tipps von Tierenergetiker S.Menzel (Haustier-Anzeiger Ausgabe 08/06)

“Wenn Ihr Tier die neue Nahrung nicht sofort akzeptiert, dann geben Sie bitte nicht auf. Führen Sie die Umstellung schrittweise aber konsequent bis zu Ende durch. Ihr Tier wird es Ihnen mit einem gesunden und glänzenden Fell, mehr Beweglichkeit und einem guten Allgemeinzustand danken.

Als Napf sollten Sie kein Plastik benutzen, da Plastik den Geruch von Futter speichert und die empfindlichen Nasen Ihrer Tiere dadurch gestört werden können. Benutzen Sie statt dessen lieber Näpfe aus Keramik, Glas oder Metall und sorgen Sie für deren regelmäßige Reinigung. Manche Tiere reagieren auch allergisch auf Plastik; außerdem können sich in den Plastikrissen Bakterien einnisten die ebenfalls zu allergischen Reaktionen führen können.”

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hundeschmaus Nassfutter von den meisten Hunden (und auch Katzen) sehr positiv aufgenommen wird. Mit diesem Nassfutter in Lebensmittelqualität erreicht man ähnliche Effekte wie beim BARFen, nur ohne den ganzen Aufwand und die Kosten, die ein selbstgekochtes Hundemenü so mit sich bringt.

Futtermann profil

Dr. Dominik Panosch

Der Futtermann