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Wie viel Fleisch braucht mein Hund wirklich?

Autor: Der Futtermann.

Die Diskussionen um den Fleischanteil reißen nicht ab. Immer mehr Leute haben sich dem BARF-Lifestyle angeschlossen. Daneben gibt es Menschen, die ihren Hund ganz vegan ernähren. Was stimmt? Wie viel Fleisch sollte dein Futter beinhalten, damit es gesund für deinen Vierbeiner ist?

Inhalt des Artikels auf einen Blick zusammengefasst

  • Reine Fleischdosen sind nicht als Alleinfuttermittel geeignet
  • Ich persönlich verfüttere pro Ration etwa 50 Prozent Fleisch
  • Welpen und Senioren benötigen hochwertiges Eiweiß - mit Fleisch liegst du hier goldrichtig

Wie viel Fleisch braucht mein Hund?

Fleisch ist definitiv eine hochwertige Proteinquelle. Als Alleinfuttermittel ist es jedoch leider entgegen der Meinung vieler Hundehalter völlig ungeeignet. Warum du nicht nur Fleisch füttern solltest, eine gesunde Portion aber keineswegs schadet, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Fleisch – und warum barfen plötzlich alle?

Streng genommen steht der Begriff „Fleisch“ für Skelettmuskulatur und manche Organe. Es handelt sich um die Teile des Nutztieres, die konsumiert werden können. Du musst jetzt aber nicht unbedingt barfen, um deinem Hund die optimale Ernährung zur Verfügung zu stellen. Im Gegenteil: BARF ist zum Lifestyle-Projekt geworden. Weil es als „in“ gilt, seinen Hund zu barfen, kauft sich heutzutage gefühlt jeder zweite auf dem Hundeplatz Rinderpansen und Kopffleisch vom Metzger und klopft sich selbst auf die Schulter, weil er so ein tolles neues Fütterungskonzept entdeckt hat. BARF birgt auch gesundheitliche Risiken. Nicht, weil diese Form der Ernährung an sich schlecht wäre, sondern weil es zu viele Amateure gibt, die sich nicht auskennen.

Generell gilt: Eine bedarfsgerechte Rohfütterung erfordert Kenntnisse in Tierernährung und Futtermittelkunde. – Artikel der Tierklinik Ismaning zum Thema BARF

Was bedeutet Fleischanteil?

Die Bezeichnung Fleischanteil im Futter bezieht sich meist auf die tierischen Bestandteile, also Muskel und Innereien. Der Fleischanteil ist unter Kennern immer mehr zur Messgröße geworden: Je höher der Fleischanteil, desto besser angeblich die Qualität des Futters. Aber stimmt das denn auch? Die Antwort ist ein klares Jein.

Um das teure Fleisch zu sparen, begann man etwa in den 1960er Jahren, vermehrt tierisches durch pflanzliches Eiweiß zu ersetzen. Besonders beliebt waren weizenhaltige Trockenfutter, Mais und Soja hielten einige Zeit später Einzug. In den letzten 5-10 Jahren fand ein Umdenken statt: Wieder mehr Fleisch für den Hund, Getreide wurde für alle Allergien verantwortlich gemacht und die Fleischanteile wanderten von 20 Prozent hinauf bis auf etwa 90 Prozent. Kürzlich habe ich sogar eine Futterdose mit 100 Prozent Fleisch entdeckt. Achtung: Diese Dosen sind nicht als Alleinfuttermittel geeignet. Wie beim oben genannten „Lifestyle-Barfer“ kann auch hier einiges schief gehen, wenn du nicht noch andere Zutaten verwendest.

Reine Fleisch-Dosen sind nicht als Alleinfuttermittel geeignet.

Was ist also der optimale Fleischanteil?

Hier stellt sich für mich die Frage: Braucht ein Hund überhaupt so viel Fleisch? Und ist das wirklich so gut für den Hund, wenn er „nur“ Fleisch bekommt? Laut diesem Artikel – und das sind immerhin schon Mainstream-Medien, also etwas, das wirklich als Allgemeinwissen gelten darf – ist Fleisch nicht als reines Alleinfuttermittel geeignet.

„Eine artgerechte Ernährung besteht zu ungefähr 50 bis 70 Prozent aus Fleisch“, sagt Tierernährungsberaterin Heidi Herrmann aus Kumhausen.

50-70 Prozent, wer bietet mehr?

Ich persönlich ernähre meinen Hund auf Dosen-BARF-Basis. Das heißt, ich beziehe mein Futter von einem vertrauenswürdigen Hersteller, der einen hohen Fleischanteil in Lebensmittelqualität garantiert, und gebe je nach Aktivität meiner Hündin und der Jahreszeit noch Kohlenhydrate, Gemüse, Obst, hin und wieder ein Ei oder eine Knoblauchzehe bei. So komme ich auf einen Fleischanteil von etwa 50 Prozent.

Damit teile ich die Meinung meiner Kollegin Anke Jobi – auch sie ist keine BARF-Verfechterin sondern achtet vor allem darauf, dass die Zusammensetzung der Nährstoffe passt.

Ich persönlich verfüttere einen Fleischanteil von etwa 50%

Stärke-Verdauung als Unterscheidung zum Wolf

Hunde leben bereits so lange beim Menschen, dass sie sich sogar genetisch angepasst haben. Zu diesem Schluss kam eine Gruppe von Forschern um Erik Axelsson von der Universität Uppsala. Ihre Bauchspeicheldrüse ist so gepolt, dass sie mehr Amylase produziert, also Stärke verdauendes Enzym, als das noch beim Wolf der Fall war. Außerdem wird dieses Gen mit geringerer Aggressivität des domestizierten Hundes in Verbindung gebracht. Auch das spricht dafür, dass die Anpassung an die Lebensweise des Menschen den Hund vom Wolf entfremdete.

Wer braucht eigentlich besonders viel Fleisch?

„Welpen brauchen weniger Eiweiß“
Diese Behauptung ist falsch. Lies hierzu bitte den Artikel Welpenfütterung im Großstadt-Rudel. Hunde im Wachstum, also Junghunde und Welpen, benötigen auf ihr Gewicht bezogen den höchsten Fleischanteil – dicht gefolgt von laktierenden (also säugenden) Hündinnen, die jede Menge Proteine mit der Milch abgeben.

Übrigens: Diese Argumente höre ich im Berufsalltag fast täglich. Doch dass Welpen und Senioren NICHT weniger Eiweiß brauchen, liegt auf der Hand. Trotzdem bekommen sie oft (minderwertiges) Trockenfutter. Lies darüber am besten in meinem GRATIS eBook.

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„Senioren brauchen weniger Fleisch“
Humbug. Gerade zur Erhaltung des körpereigenen Gewebes ist es von essenzieller Wichtigkeit, dass gerade ältere Hunde fleischhaltiges Futter bekommen. Senioren benötigen auch nicht unbedingt mehr Fleisch, aber die Qualität des Futters ist ganz entscheidend. Hochwertige, leichtverdauliche Proteinquellen, am besten nicht zu große Stücke und wenn möglich auch noch vorgegart.

Welpen und Senioren brauchen hochwertiges Eiweiß – mit Fleisch liegst du hier goldrichtig!


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