Die Futternummer: +4369919298925

Wie funktioniert eine Ausschlussdiät?

Autor: Der Futtermann.

Du kennst das? Dein Hund hat ständig Durchfall, nachdem er ein bestimmtes Futter bekommen hat? Du hast schon öfters die Marke gewechselt, aber es kommt trotzdem immer wieder vor, dass er das neue Futter nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr verträgt? Du hast beim Tierarzt schon eine Allergietestung gemacht, aber die hat nichts Relevantes ergeben, was dir weiterhelfen würde?

Ausschlussdiät auf einen Blick

  • 3 Wochen lang NUR EINE Proteinquelle, die der Hund noch nie bekommen hat.
  • Es geht darum, das Allergen herauszufinden - nicht darum, die Diät beizubehalten!
  • Provokationstest muss sein: Wenn er positiv ist, dann besteht wirklich eine Unverträglichkeit.

Was ist eine Ausschlussdiät?

Immer etwas verschieden ausgelegt, doch über diese Eckpfeiler der Ausschlussdiät sind sich Experten einig.

  • Dauer von 8-12 Wochen
  • Fütterung von allergenarmen Protein- und KH-Quellen (am besten etwas, das Hund noch nie bekommen hat)
  • Hinzufügen von einzelnen Faktoren bis Symptome entstehen, dann wieder weglassen
  • Provokationstest am Schluss mit altem Futter
  • Anschließend: Pläne mit „guten“ und „schlechten“ Nahrungsmitteln, selbst kochen am besten

Allergie vs. Unverträglichkeit: Allergien sind eher selten, Unverträglichkeiten häufiger, können aber nicht stichhaltig durch Antikörper-Tests belegt werden.

Die 4 Nährstoffe

Wie du vielleicht weißt, setzt sich unsere Nahrung – und die deines Hundes – aus 4 wesentlichen Nährstoffgruppen zusammen.

  • Eiweiße (Proteine)
  • Kohlenhydrate
  • Fette
  • Mikronährstoffe (Vitamine und Mineralstoffe)

Allergien sind hauptsächlich gegen Eiweiße bekannt, Unverträglichkeiten im weiteren Sinn können durch Abbaustörungen (Lactose- und Fructose-Intoleranz) durch mangelnde oder nicht vorhandene Enzymaktivität hervorgerufen werden. Allergien/Unverträglichkeiten gegen Fett sind keine bekannt, es sei denn es handelt sich um tierische Fette, die nicht ganz aufgereinigt wurden. Dann kann sich tierisches Gewebe, das eiweißhaltig ist, die Allergie auslösen. Vitamine und Mineralstoffe sind molekular gesehen so klein, dass keine Unverträglichkeiten auftreten. Die Ausschlussdiät orientiert sich also hauptsächlich an den beiden Nährstoffen Eiweiß und Kohlenhydrat. Wichtig: Bei dieser Ausschlussdiät werden zunächst allergiearme Proteine und Kohlenhydrate gefüttert, und, wenn diese vertragen werden, allmählich andere Bestandteile hinzugefügt.

Es geht dabei nicht darum, auf eine Schon-Diät umzustellen und diese beizubehalten, sondern herauszufinden, welcher Bestandteil Probleme macht!

Um eine hinreichende Ernährung deines Hundes während des gesamten Prozesses sicherzustellen, musst du nicht gänzlich auf Mikronährstoffe und Fette verzichten. Hanföl, Schwarzkümmelöl (Achtung, dieses übrigens nie für Katzen verwenden!!) und Distelöl, in Kombination mit geraspelten bzw. vorgegarten Karotten bilden eine gute Basis für die Fett- und Vitamin/Mineral-Versorgung des Hundes.

Garen senkt zusätzlich das allergene Potenzial von Nahrungsmitteln!

Am besten, du fütterst EINE Proteinquelle, die dein Hund noch nie bekommen hat, z.B. Elch, Lamm, Wild oder Pferd. Huhn hat sich in der Vergangenheit als gutes, allergenarmes Fleisch erwiesen, leider gibt es immer wieder Hunde, die selbst auf Hühnerfleisch allergisch sind bzw. diese nicht vertragen.


Gerade Dalmatiner neigen zu Futterunverträglichkeiten und Allergien!


Dauer und Procedere

Eine Dauer von mindestens 8 Wochen solltest du auf jeden Fall für die Ausschlussdiät einplanen. Die Empfehlungen dazu variieren zwischen 4 und 12 Wochen, es kann sich aber auch über mehrere Monate ziehen. Denn die Testung neuer Futterbestandteile sollte immer 2-3 Wochen lang in derselben Zusammensetzung durchgeführt werden, abgebrochen wird der Test jeweils bei Auftreten einer Unverträglichkeitsreaktion.

Am längsten dauert die Ausschlussdiät also, wenn dein Hund besonders viele Lebensmittel gut verträgt.

In dieser Zeit darf dein Hund von niemandem etwas zugesteckt bekommen, keine Leckerlies unbekannter Zusammensetzung fressen (hier erfährst du alles über gutes Kauzeug) und auf der Straße oder beim Spaziergang nicht eigenmächtig auf „Beute“-Suche gehen. Es müssen alle mitmachen, sonst bringt das nichts.

Ein Praxisbeispiel: Eine meiner Kundinnen hat ein Lokal und ihr Hund ist immer zwischen den Tischen unterwegs. Es war äußerst schwierig, die Unverträglichkeit dieses Hundes auszutesten, da mindestens jeder zweite Gast ihm etwas vom Tisch zugesteckt hat. Und wenn schon nicht absichtlich, dann hat eben zufällig mal ein Kind gepatzt und den Bissen nicht bis in den eigenen Mund befördern können – der landete dann am Boden und damit im Maul des Hundes.

Es müssen ALLE mitmachen. Kinder, Partner, Freunde, Bekannte: Niemand darf dem Wauzi etwas Diätfremdes wie Leckerlis oder Essensreste verfüttern.

Die ersten drei Wochen nur eine Proteinquelle

In den ersten drei Wochen wird ausschließlich die Proteinquelle, die hoffentlich gut vertragen wird – also Elch, Wild, Pferd, etc. gefüttert. Anschließend darfst du Kohlenhydrate (Kartoffeln oder Reis) und ein Öl (von den oben genannten) hinzufügen.

In den nächsten Wochen werde ich eine Tabelle online stellen, in der die gängigsten allergenarmen Lebensmittel aufgelistet sind.

Lass unbedingt das Getreide weg.

Da eine der häufigsten Unverträglichkeiten eine Gluten-Unverträglichkeit (Weizenkleber) ist, kann ich dir nur dazu raten, es nicht mit Weizen, Roggen und Hafer als Kohlenhydrat-Quelle zu probieren. Das erspart dir eine Menge Ärger.

Lass unbedingt das Getreide weg!

Ist Fertigfutter in Ordnung?

Ein ganz klares Jein. Wenn du Fertigfutter nimmst, dann wähle eines mit einer offenen Deklaration. Ganz wichtig ist, dass du weißt, was in dem Futter ist. Ich persönlich lege auch großen Wert auf Lebensmittelqualität, dadurch stellst du einigermaßen sicher, dass die Bestandteile nicht aus dubiosen Quellen kommen und unter Umständen gesundheitsschädlich sein können. Das Häufigste, was dir bei Fertigfutter passieren wird, ist, dass du „Sorte Huhn“ kaufst, aber noch jede Menge vom Schwein, Rind, etc. dabei ist. Wähle also mit Bedacht dein Futter aus: Wenn du nicht selbst kochst, achte darauf, dass alle Bestandteile auf der Deklaration in der Liste für allergenarme Zutaten enthalten sind. So kannst du schon mal alle möglichen Komplikationen ausschließen.

Diätfutter

Tierärzte empfehlen oft spezielle Diätfutter. So schreibt der deutsche Tierarzt Dr. Joachim Hölter in seinem Beitrag über die Ausschlussdiät (siehe Quellen): „Am besten geeignet ist eine sogenannte hydrolysierte Diät. Alle in einem solchen Allergikerfutter enthaltenen Eiweiße sind so klein aufgespalten, dass sie vom Immunsystem nicht mehr erkannt werden, also auch keine allergische Reaktion auslösen können.“

Diese Meinung teile ich nicht.

In der Theorie funktioniert das, in der Praxis macht es für mich keinen Sinn, auf diesem Wege eine Ausschlussdiät durchzuführen. Es geht, wie gesagt, darum, die Allergene herauszufinden. Nicht darum, ein Futter eventuell für immer zu behalten – denn das ist gängige Praxis bei bequemen Hundehaltern – das im Labor derartig verändert wurde, dass es der Körper deines Vierbeiners nicht einmal mehr als tierisches Protein erkennt.

Durch die Behandlung und den chemischen Aufschluss der Proteine ist nichts mehr da, was als Antigen fungieren könnte. Mit Natur hat das nur leider nichts mehr zu tun!

Dahinter verbergen sich oft auch Bestandteile wie Hühnerfedern oder -klauen, die als tierische Nebenerzeugnisse sonst nicht verwertet werden könnten. Durch das sogenannte „Hydrolysieren“ macht man diese Abfälle quasi verdaulich, und verkauft sie teuer als klinisch getestetes Diätfutter. Lies dazu Punkt 13: Tierische Nebenerzeugnisse in meinem kostenlosen eBook.

Jetzt GRATIS eBook downloaden!

Nach dem Test – was kommt in den Napf?

Provokationstest: Das alte Futter wird wieder gegeben, um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um eine Unverträglichkeit handelt.

Wenn du einen positiven Provokationstest durchgeführt hast – also deinem Hund sein altes Futter vorgesetzt hast, und er eine Reaktion wie Durchfall oder Ausschlag gezeigt hat – dann ist es an der Zeit, deine Fütterung anzupassen. Mittels Ausschluss allergener Bestandteile, Hinzufügen von neuen Nahrungsmitteln und Belassen der verträglichen, solltest du auf eine Liste von guten und schlechten Kohlenhydraten und Proteinen gekommen sein.

Die guten fütterst du fortan, die schlechten nie wieder. (Hier findest du noch ein paar gute Tipps von meiner Kollegin Anke Jobi)

So einfach ist das.

Wenn du während der Diät selbst für deinen Hund gekocht hast, kannst du das gerne weiterhin tun. Wenn du das nicht möchtest, such dir ein Fertigfutter wie im obigen Abschnitt beschrieben.

Qualität und offene Deklaration sind wichtig, damit du die Zusammensetzung auf „schlechte“ Bestandteile checken kannst.


Dir hat dieser Artikel gefallen? Teile ihn doch mit deinen hundebegeisterten Freunden! Klicke dazu auf die Teilen-Schaltfläche unterhalb!  


Quellen zur Recherche und zur weiteren Vertiefung, wenn dich das Thema Allergie beim Hund interessiert:

Barfino Ausschlussdiät
Dr. Hölter Ausschlussdiät
Hunderatgeber
Anke Jobi Clean Feeding Ausschlussdiät + Nachsorge
Allergien beim Hund, Dr.med.vet. Vera Biber  

Modernes Fertigfutter ist voll von Konservierungsstoffen und hydrolysierten Eiweißen. Die Hygienestandards sind außerdem extrem hoch, so dass wir kaum noch Kontakt zu natürlichen Allergenen haben. Auch unsere Hunde entwickeln dadurch zunehmend Allergien und Unverträglichkeiten. Oft hilft da nur noch die Vermeidung des Auslösers.


Dominik Panosch

Schreibe einen Kommentar