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Hundesenior – Ernährung

Autor: Der Futtermann

Stellen wir uns doch einfach mal einen alten Hund vor. Hast du schon einmal einen älteren Hund gesehen, und wusstest sofort, der „…muss sicher über 10 Jahre alt sein…“. Was hat dich zu diesem Urteil bewogen? Woran erkennst du, dass ein Hund eventuell nicht mehr der Jüngste ist?

ACHTUNG: BESONDERE VORSICHT

Wir sprechen hier von einem gesunden alten Hund, dessen einzige „Vorerkrankung“ sein Alter darstellt.

Zur Behandlung und Vermeidung von Krankheiten wende dich bitte an deinen Tierarzt.

Dieser Artikel behandelt die übliche Vorgehensweise bei nicht ernsthaft erkrankten und regelmäßig durch den Tierarzt kontrollierten Senior-Hunden (8+ Jahre).


Die ersten Anzeichen

Zunächst einmal erkennst du einen alten Hund am Gangbild. Oft haben ältere Hunde steife Hüften, gehen etwas langsamer und gemächlicher, haben nicht mehr so viel Energie wie junge Hunde und spielen weniger. Welche Zusätze hier eventuell sinnvoll sind, erfährst du weiter unten im Artikel.

Ältere Hunde bewegen sich etwas langsamer und spielen weniger.

Ausnahmen bestätigen selbstverständlich auch hier die Regel.

Ein paar graue Haare blitzen durch, oft fühlt sich das Fell beim Streicheln nicht mehr ganz so weich an wie bei einem jüngeren Tier derselben Rasse.


"Muss ich wirklich schon wieder mit den anderen Hunden spielen...? Hab ich doch gerade letzte Woche."

Die Zähne

Hat der Senior denn noch alle Zähne? Wurden fleißig die massig beworbenen Zahnputzleckerlis verwendet, und das über Jahre hinweg, dann vermutlich nicht mehr.

Hat der Senior denn noch alle Zähne?

Viele dieser Kauartikel enthalten nämlich jede Menge Stärke (in Form von Zucker und Getreide), und sind gar nicht so gut für die Zähne des Hundes. Die tatsächliche Schädigung der Zähne kommt natürlich erst beim alten Hund zum Tragen.

Nehmen wir aber einmal an, dass unser Beispiel-Senior die meisten Bestandteile seines Gebisses sein Eigen nennen darf.

Der Speichelfluss

Auf welche Problematik stoßen wir als nächstes, wenn wir den Verdauungstrakt nach unten wandern?

Richtig, die Speichelsekretion. Um die aufgenommene Nahrung angenehm schlucken zu können, muss sie üblicherweise eingespeichelt werden. Dieser Vorgang ist beim alten Hund – wie auch beim alten Menschen – erschwert, sodass es sich empfiehlt, auf besonders trockenes Futter respektive Leckerlis zu verzichten.

Eingeschränkte Speichelsekretion erschwert dem Senior das Schlucken

Auch Knochen sind nicht ideal für ältere Hunde, da diese bereits bei Jungtieren, die noch der Salivation mächtig sind, zu Verstopfung führen können.

Die Darmtätigkeit

Der Darm ist träge. Die Peristaltik des Darms wird mit der Zeit etwas langsamer, so dass der Speisebrei länger in unteren Abschnitten des Verdauungstraktes verweilt.

Diesen Vorgang kannst du beispielsweise durch die Zugabe von Kräutern unterstützen. Achte darauf, eher ballaststoffreich zu füttern, die Ballaststoffe aber mit hochwertigem Eiweiß zu kombinieren, damit der Dickdarm entlastet wird.

Füttere hochwertiges Eiweiß, Ballaststoffe und Kräuter

Bewegung

Die gute Nachricht: Du musst dir nicht mehr ganz so große Sorgen machen, dass dein Hund nach dem Fressen vor lauter Bewegungsübermut eine Magendrehung erleidet.

Nun ist eher aufgrund der allgemeinen Trägheit auf das Körpergewicht deines Vierbeiners zu achten.

Wenig Bewegung – Gewichtszunahme – Gelenksschädigung – ein Teufelskreis!

Warum? Es ist ein Teufelskreis. Dein Hund bewegt sich weniger, nimmt aufgrund gleichbleibender Futtermenge zu, das Gewicht begünstigt eine Abnützung der Gelenke, das ist schmerzhaft. Daraufhin bewegt sich deine Fellnase noch weniger.

Achte daher bei deinem Senior unbedingt auf eine schlanke Linie, kontrolliere das Gewicht anhand des Schlankheitstests öfter selbst.

Mythos: Alte Hunde brauchen ein Seniorenfutter

Nein. Oder verrate mir, was der alte Wolf frisst? Nur alte Hirsche?

Alte Hunde brauchen vor allem etwas weniger Kalorien (bis zu -30%) und unbedingt hochwertiges Protein. Sie sollten weniger Knochen bekommen, dafür finden sich idealerweise mehr Kräuter wie Süßholz, Kresse und Löwenzahn im Futter. Auch Algen wie Spirulina und Chlorella unterstützen die Verdauung auf natürliche Weise.

Als Faseranteil kannst du dem Futter etwas Kleie, Kokos- oder Haferflocken beimengen.

Achtung BARFer: Aufgrund des erschwerten Schluckvorganges bitte keine zu großen Fleischstücke verwenden.

 

Dr. Dominik PanoschDer Futtermann


Füttere hochwertiges Nassfutter (Xantara oder inhaltlich ähnliches Nassfutter) mit Kohlenhydraten nach Bedarf, halte oben genannte Kräuter und Ballaststofflieferanten vorrätig und mache regelmäßig den Schlankheitstest.

Außerdem solltest du in regelmäßigen Abständen ein Blutbild beim Tierarzt machen lassen, vor allem bei Hunden die vermehrt zu Übergewicht neigen.

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